Glossar für Scannen und digitales Archivieren
Begriffe wie ADF, Duplex, OCR, PDF/A, Metadaten und 3-2-1-Backup kurz und verständlich für das private Digitalarchiv erklärt.
Geprüft am 2026-09-07 · Von Redaktion digitalarchiv-ratgeber.com

Technische Abkürzungen sollen eine Entscheidung erleichtern – nicht komplizierter machen. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe aus unseren Ratgebern in Alltagssprache.
Direkt zum Begriff
ADF · Auflösung · Backup · Checksumme · Cloudspeicher · Differentielles Backup · DPI und PPI · Duplex · Dynamikumfang · EXIF · Farbtiefe · Inkrementelles Backup · Infrarot-Staubkorrektur · JPEG · Metadaten · OCR · PDF/A · RAID · Sicherheitsstufe · TIFF · TWAIN · Versionierung · Vollbackup · 3-2-1-Regel
ADF
Automatic Document Feeder, auf Deutsch automatischer Dokumenteneinzug. Ein ADF zieht mehrere lose Blätter nacheinander durch einen Scanner. Das spart Zeit bei Papierstapeln, eignet sich aber nicht für gebundene, fragile oder unregelmäßig geformte Originale.
Auflösung
Die Auflösung beschreibt, wie fein ein Bild erfasst wird. Mehr ist nicht automatisch besser: Eine höhere Einstellung erzeugt größere Dateien und längere Scanzeiten. Entscheidend sind Vorlage, gewünschte Ausgabegröße und die tatsächlich optische Leistung des Scanners. Der Ratgeber Scanner-Auflösung verstehen zeigt Startwerte und Rechenbeispiele.
Archivmaster
Die möglichst hochwertige Ausgangsdatei, aus der kleinere oder bearbeitete Nutzungskopien entstehen. Ein Archivmaster wird nicht ständig überschrieben. Bei Fotos kann das beispielsweise eine verlustarm gespeicherte TIFF-Datei sein; bei Dokumenten häufig eine gut lesbare PDF- oder PDF/A-Datei.
Backup
Eine zusätzliche Kopie wichtiger Dateien auf einem getrennten Speichermedium oder an einem anderen Ort. Eine zweite Datei im gleichen Ordner ist kein belastbares Backup. Für Familienarchive ist die 3-2-1-Regel ein verständlicher Ausgangspunkt.
Checksumme
Ein aus dem Dateiinhalt berechneter Prüfwert. Ändert sich die Datei unbemerkt, stimmt die neu berechnete Checksumme meist nicht mehr mit dem gespeicherten Wert überein. Checksummen helfen bei der Integritätsprüfung, ersetzen aber kein Backup.
Cloudspeicher
Speicherplatz bei einem externen Anbieter, der über das Internet erreichbar ist. Er kann eine räumlich getrennte Kopie ermöglichen. Vor sensiblen Dokumenten sollten Verschlüsselung, Kontozugriff, Wiederherstellung, Speicherort und Löschregeln geprüft werden.
Differentielles Backup
Sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Für die Wiederherstellung werden üblicherweise das Vollbackup und das jüngste differentielle Backup benötigt. Die Sicherung wird bis zum nächsten Vollbackup zunehmend größer.
DPI und PPI
DPI bedeutet „dots per inch“, PPI „pixels per inch“. Bei Scannern wird oft DPI verwendet, obwohl technisch die erfassten Bildpunkte gemeint sind. Die Zahl allein sagt wenig über Schärfe, Optik und tatsächlichen Detailgewinn aus.
Dynamikumfang
Der Bereich zwischen den dunkelsten und hellsten Bildstellen, die ein Scanner noch unterscheidbar erfassen kann. Bei Dias und Negativen zeigt sich ein zu kleiner Dynamikumfang als strukturlose Schatten oder ausgefressene Lichter. Mehr dazu erklärt der Ratgeber zur Scanqualität bei Film.
Duplex
Duplex-Scannen erfasst Vorder- und Rückseite eines Blatts in einem Durchgang. Das verhindert ausgelassene Rückseiten und beschleunigt große Dokumentstapel. „Duplexdruck“ bezeichnet dagegen das beidseitige Drucken.
EXIF
Metadaten, die Kameras und Smartphones direkt in Bilddateien schreiben können – etwa Aufnahmedatum, Gerät oder Belichtung. Beim Bearbeiten, Exportieren oder Teilen können EXIF-Daten verändert oder entfernt werden.
Farbtiefe
Die Farbtiefe beschreibt, wie viele Helligkeits- oder Farbabstufungen gespeichert werden können. Eine hohe Farbtiefe bietet bei anspruchsvoller Bildbearbeitung mehr Spielraum, vergrößert aber die Dateien und ist für einfache Dokumentkopien meist unnötig.
Infrarot-Staubkorrektur
Ein zusätzlicher Infrarot-Scan kann Staub und manche Kratzer erkennen, damit Software sie korrigiert. Das funktioniert nicht mit jedem Filmmaterial, kann länger dauern und das Bild weicher wirken lassen. Filmtyp und Handbuch entscheiden, ob die Funktion passt.
ICC-Farbprofil
Ein Datensatz, der beschreibt, wie ein Gerät oder eine Datei Farben interpretiert. Farbprofile helfen, Unterschiede zwischen Scanner, Bildschirm und Druck zu kontrollieren. Für eine konsistente Fotobearbeitung sollten Profile nicht gedankenlos entfernt werden.
Inkrementelles Backup
Sichert nur Änderungen seit der jeweils letzten Sicherung. Dadurch sind die einzelnen Läufe klein und schnell. Für eine vollständige Wiederherstellung müssen jedoch das letzte Vollbackup und alle danach benötigten Inkremente intakt sein.
JPEG
Ein weit verbreitetes Bildformat mit verlustbehafteter Kompression. JPEG-Dateien sind relativ klein und praktisch zum Ansehen oder Teilen. Wiederholtes Speichern mit starker Kompression kann sichtbare Artefakte erzeugen, weshalb ein JPEG nicht immer der beste Archivmaster ist.
Metadaten
Informationen über eine Datei oder ihren Inhalt, zum Beispiel Datum, Personen, Ort, Dokumenttyp oder Schlagwörter. Metadaten können im Dateisystem, in einer Datenbank, im Dateinamen oder direkt in der Datei gespeichert sein.
OCR
Optical Character Recognition, auf Deutsch optische Zeichenerkennung. OCR wandelt Text in einem Scan in maschinenlesbare Zeichen um. Dadurch lassen sich PDFs durchsuchen und Textstellen kopieren. Erkennungsfehler sind möglich; wichtige Namen, Zahlen und Fristen sollten kontrolliert werden. Mehr dazu steht im OCR-Ratgeber.
PDF/A
Eine auf langfristige Reproduzierbarkeit ausgerichtete Familie von PDF-Standards. Erforderliche Inhalte wie Schriften sollen in der Datei enthalten sein; bestimmte veränderliche oder externe Bestandteile sind eingeschränkt. Die Kennzeichnung als PDF/A garantiert weder korrekten Inhalt noch ein vorhandenes Backup.
RAID
Ein Verbund mehrerer Laufwerke, der je nach Aufbau Ausfälle einzelner Datenträger abfangen oder Zugriffe beschleunigen kann. RAID schützt nicht zuverlässig vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware, Diebstahl oder Feuer und ist deshalb kein Ersatz für ein getrenntes Backup.
Sicherheitsstufe
Bei Aktenvernichtern beschreibt die Sicherheitsstufe nach DIN 66399, wie klein ein Datenträger nach der Vernichtung sein darf. Für Papier beginnen die Stufen mit „P“. Eine höhere Stufe bedeutet kleinere Partikel, sagt aber nichts über Motorqualität, Lautstärke oder Bedienkomfort. Siehe P-4, P-5 und Partikelschnitt.
TIFF
Ein flexibles Bilddateiformat, das Bilder unkomprimiert oder verlustfrei komprimiert speichern kann. TIFF wird häufig für hochwertige Masterdateien verwendet, benötigt aber deutlich mehr Speicher als ein typisches JPEG.
TWAIN
Eine verbreitete Schnittstelle, über die Scanprogramme mit kompatiblen Scannern kommunizieren. Ein TWAIN-Treiber kann wichtig sein, wenn ein Gerät mit einer bestimmten Archiv- oder Dokumentensoftware zusammenarbeiten soll.
Verlustfreie Kompression
Ein Verfahren, das Dateien verkleinert, ohne Bild- oder Dateiinformationen zu entfernen. Nach dem Entpacken ist der ursprüngliche Inhalt vollständig wiederhergestellt. Das unterscheidet sie von verlustbehafteter Kompression wie bei typischen JPEG-Einstellungen.
Versionierung
Das Aufbewahren älterer Dateistände. Versionierung hilft, wenn eine Datei versehentlich überschrieben, falsch bearbeitet oder beschädigt wurde. Sie schützt nur, solange frühere Versionen erreichbar und nicht vom gleichen Schaden betroffen sind.
Vollbackup
Eine vollständige Kopie aller ausgewählten Daten. Sie benötigt mehr Zeit und Speicher als ein inkrementeller Lauf, lässt sich dafür meist einfacher verstehen und zurückspielen.
3-2-1-Regel
Eine leicht merkbare Backup-Strategie: drei Kopien, auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, davon eine Kopie an einem anderen Ort. Die Regel ist ein Ausgangspunkt; besonders wichtige Archive benötigen zusätzlich regelmäßige Wiederherstellungstests.
Fehlt ein Begriff? Das Glossar wird zusammen mit den Ratgebern erweitert, sobald neue Themen hinzukommen.